Am 15. November sind wir in Alice Springs angekommen und haben unser Wohnmobil abgegeben. Hinter uns liegen 8500 km. Seit unserem letzten Update sind wir von Broome nach Derby durch das Northern Territory Richtung Katherine gefahren, dann den Highway 87 hinunter bis ins rote Zentrum Alice Springs (siehe Karte auf der Eingangsseite). Wir haben unser komfortables Wohnmobil sehr schätzen gelernt. Es ist schön, immer alles dabei zu haben, wir haben uns richtig zu Hause gefühlt und es nur mit grosser Wehmut abgegeben.

Beim letzten Upload haben wir in Broome einen dreipoligen Übergangsstecker vergessen, es leider aber erst in Derby bemerkt. So sind wir am nächsten Tag zurück gefahren und haben ihn geholt (nur ein paar hundert Kilometer Umweg J ).

Das Land ist wirklich riesig. Manchmal sieht man stundenlang kein anderes Fahrzeug. Wir freuen uns immer wieder über die Ruhe, welche wir überall antreffen.

Es ist schwierig mit den Aborigines in Kontakt zu treten. Viele wirken sehr verbittert und scheinen "Weisse" nicht zu mögen. Die meisten sind besoffen und hängen irgendwo herum. Nur zu den Kindern findet man Zugang. Die Australier und die Touristen geben sich viel Mühe das Land sauber zu halten. Anders so viele Aborogines.

Im Norden und auf dem Weg ins Rote Zentrum haben wir viel erlebt. Nach Derby wurde es wirklich heiss. Temperaturen über 40 Grad waren keine Seltenheit und das mit einer Luftfeuchtigkeit von über 95 %. Doch man gewöhnte sich schnell daran. Mittlerweilen friert Christa bei 30 Grad J.
Im Roten Zentrum um Alice Springs hatten wir hohe Temperaturen erwartet, es war jedoch sehr angenehm um die 25 Grad. Wir erlebten also Sommer pur, reisten von Wasserloch zu Pool und wieder zu einer Quelle oder einem Thermalbad. Die Tage begannen meistens um 5 Uhr morgens. Dann waren die Temperaturen am angenehmsten und es war herrlich zu reisen. Bald sollte im Norden die Regenzeit beginnen. Australien hat nicht dieselben 4 Jahreszeiten wie wir. Es wird unterschieden zwischen der Dry-Season (Trockensaison), der Built-up Season (Wechsel zur Regenzeit / feucht-heiss) und der Wet-Season (Regenzeit).

In Derby haben wir über den Gezeitenunterschied gestaunt. Das Wasser stieg bei Flut 15 Meter an. Mit Baden war nichts mehr. Überall wurde vor Haien und Salzwasser-Krokodilen gewarnt. Derby war nach Broome eigentlich eher enttäuschend. So machten wir uns auf den Weg nach Fitzroy-Crossing, um im Geiki Gorge einen Boots-Trip zu machen.

Da es am Tag zuvor einen tödlichen Unfall mit einer deutschen Touristin gegeben hat (sie ist vom Weg abgekommen und hat sich ein Bein gebrochen), blieb der Park geschlossen. Wir lernten dafür viele andere Touristen aus allen Ländern kennen, Sandro und Nicolas spielten mit Aborigines-Kindern. Danach machten wir eine kurze Wanderung und begaben uns auf den Weg nach Halls-Creek!

Im Norden hatte es fast keine Touristen mehr. Häufig waren wir ganz alleine auf den Campingplätzen. Am Morgen wollten wir im Camping von Halls Creek ein Bad nehmen, doch um den Pool streunten zwei Hunde. Prompt schnappte einer nach Nici’s „Füdlibagge“. Nici war der Pechvogel der Woche zumal er auch noch von einem Wallaby gekratzt wurde und bei einem nächtlichen Spaziergang um ein Haar auf ein 1 ½ Meter grosses Krokodil getreten wäre.

Weil es heiss war, wollten wir in Halls Creek ans Wasser. Wir machten uns off-road (holper-holper) auf den Weg nach Palm Springs. Einheimische erzählten uns, es sei hervorragend zum Baden. Wie ich aus dem Camper ausstieg, sah ich mitten in der Quelle ein grosses Krokodil. Wir haben dann das Baden gestrichen und mit Fischen begonnen. Später kamen Aborigines (12 Personen in einem Land Rover), welche sich mit Vorsicht in den Zulauf der Quelle wagten. Eigentlich sollen Süsswasser-Krokis ja ungefährlich sein, aber wer badet schon gerne mit einer 1 ½ Meter grossen Echse ….. Die Gegend war aber schön und wirklich abgelegen. Am Abend vergnügten wir uns als Ersatz in einem Pool. Neu für uns war, dass alle Duschen zu warm waren und nicht wirklich abkühlten. Angenehm kühl war es nur noch am frühen Morgen und im gekühlten Wohnmobil. Die grössten Plagegeister waren die Fliegen. Diese beissen oder stechen zwar nicht, dafür attackieren sie Ohren- und Nasenlöcher und fliegen einem immer wieder in die Augen. Will man Ruhe haben vor ihnen, kauft man sich einen Hut mit Netz und Australien kann wieder genossen werden.

Kananurra war wunderbar. Wir fanden einen herrlichen Platz direkt am See. Wunderschöne Vögel, Kragenechsen und wilde Süsswasser-Krokodile nur wenige Meter von unserem Wohnwagen entfernt. Am nächsten Tag war um 4.45 Uhr Tagwache. Unser Pilot holte uns im Camping ab für einen Flug mit einer Cessna über die Bungle-Bungels und den Lake Argyle. Am Nachmittag besuchten wir die Zebra-Rocks und stellen aus Stein Schmuck her (Werkunterricht). Am Ufer wimmelte es von Katzenwelsen und Spuckfischen (letztere schiessen mit dem Mund Wasser einige Meter in die Höhe und holen so Insekten von Sträuchern / Attraktion im Züri-Zoo).
Wir trafen Natalie und Mark (Schweizer aus Basel) genossen einmal mehr ein feines Nachtessen und ein Glas Wein am herrlichen Pool.

Nach einer langen Fahrt landeten wir im Katherine Gorge. Auf dem Campingplatz wimmelte es von Wallabys. Sandro und Nici vergnügten sich mit ihnen. Wir machten eine Bootstour und badeten später in den Hot Springs von Katherine (das war eine willkommene Abkühlung). Wider Erwarten waren diese kühl und sehr erfrischend.

Weiter ging es Richtung Mataranka, unterwegs machten wir einen Bush-Walk zu Tropfsteinhöhlen (und das mitten in dieser ausgetrockneten Gegend). In Mataranka hatte es eine Thermalquelle. Dort waren wir aber nicht alleine. Über 200'000 Flughunde teilten mit uns diese tropische Oase. Auf dem Campingplatz bestaunten wir wieder viele Pfauen und Wallabys. Sandro rannte mit einem Stück Brot davon, gefolgt von unzähligen Pfauen und Wallabys (Speed-Training für die Jugi).

Tennant Creek war überraschend schön. Wir besuchten ein Kunstmuseum und begaben uns zum Goldsuchen und zum Stausee. Die Fliegen verdarben uns aber das Fischen; wir waren froh um unsere Hüte. So entschieden wir uns für die Happy-hour an der Bar und genossen einen Gin-Tonic und ein Smirnoff-Ice. Schön, dass dort die Pool’s gekühlt wurden. Wir freuten uns darüber, dass wir im November draussen sitzen und grillieren konnten. Einmal mehr vertilgten wir ein Rindsfillet und einen Roten aus dem Barossa-Valley.

Auf dem Weg nach Alice Springs stiessen wir auf die Devil’s Marbles. Herrliche Felsformationen aus Granit, welche zum Verweilen einluden (siehe Bilder).

In Alice Springs angekommen, staunten wir über die angenehmen Temperaturen (25 Grad). Wir waren auf einem Top Big 4 Campingplatz und genossen alle Annehmlichkeiten. Zum Uluru, zu den Olgas und zum Kings-Canyon und zurück waren es „nur 1500 km“ (ein Katzensprung, Grins). Doch die Fahrt lohnte sich. Die Natur war herrlich, die Wanderung durch den Kings-Canyon beeindruckend, das Farbenspiel der untergehenden Sonne am Uluru (Ayers-Rock) und an den Kate Tjuta (Olgas) ein einmaliges Erlebnis.

Zwei Tage später waren wir wieder zurück in Alice Springs auf unserem herrlichen Zeltplatz. Bei einer Tankstelle in Erldunda habe ich mein Natel liegen gelassen. Irgendwo im 2000 km entfernten Melbourne werde ich es hoffentlich wieder kriegen. Auch das gehört zum Reisen, sowie eine kurze Tagesgrippe von Sandro. Ansonsten sind wir wirklich von Unannehmlichkeiten verschont geblieben. Wir geniessen Australien in vollen Zügen.

Am 16. November gaben wir unser Wohnmobil in Alice Springs ab. Leider nicht am Flughafen (wie auf dem Voucher vermerkt) sondern am Rande der Stadt. Kurzfristig gerieten wir in Stress, den unser Flugzeug nach Adelaide wartete nicht. Doch nach so langer Reisezeit gingen wir die Sache cool an unter dem Motto „We have plenty of time!“

Nun sitzen wir in Adelaide (eine wunderbare Stadt) geniessen alle Annehmlichkeiten der Zivilisation und schalten einige Tage der Ruhe und des Erholens ein. Wir checken unsere Emails und unsere Homepage und haben Zeit zum Lesen, zum Schreiben und zum Schwimmen. Wir sind in einem Chalet auf einem schönen Campingplatz und unternehmen Ausflüge in die Stadt. Neu haben wir einen funkelnagelneuen Combi, 6 Zylinder und 190 PS mit allen Featurern. So ist das Leben herrlich (aber auch teuer!!!). Weiter geht’s Morgen nach Kangoroo-Island und dann nach Melbourne. Es gefällt uns hier so gut, dass wir aufpassen müssen, dass wir unseren Fahrplan einhalten können.

Wir schicken euch die liebsten Grüsse und bedanken uns für eure Nachrichten, Emails und Gästebucheinträge. Übrigens hier hängen schon überall Weihnachtsdekorationen in den Strassen und die Läden sind voll mit Weihnachtsartikeln.

Many greatings The Downunder’s


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